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Dienstag, 12. März 2013

Tag 292 - 299: Iznik


Tag 292 - 299
40° 25′ 45″ N, 29° 43′ 16″ E
2972Km - Iznik.
Mittwoch, 26.12.2012 - Mittwoch, 02.01.2013

1. Auf dem Jakobsweg

"Dort musst du unbedingt hin", sagte Faik, und holte eine Landkarte hervor welche er auf den ganzen Tisch ausbreitete. Er zeigte mit dem Finger auf ein kleines Städtchen mit dem Namen "Iznik", unweit von meinem derzeitigen Standort.
Er erzählte mir so bildhaft von diesem kleinen Städtchen am See, als ob er es mit seinen eigenen Händen aufgebaut hatte.
Da beschloss ich, einen kleinen "Umweg" in Kauf zu nehmen, mir das selbst anzuschauen und mich alsbald auf den Weg zu machen.
Der Herr, welcher mich zum Essen eingeladen hatte, verabschiedete sich, und sagte er müsse wieder zurück an die Arbeit. Auch ich stand auf und setzte meinen Weg fort.

Wenn man mit so einem großen Rucksack reist, nehmen einen die Menschen wahr und man bekommt viele Tipps, was man auf jeden Fall sehen und nicht verpassen sollte.
So ergab es sich, dass ich von Orhangazi nicht direkt nach Bursa ging, sondern erst noch einen kleinen Schlenker nach Iznik machte.

Soviel schonmal vorweg, der Weg hat sich gelohnt. Iznik ist definitiv eine Reise wert.
Noch nie zuvor habe ich so einen kleinen Ort gesehen in dem es, auf so engem Raum, so viel zu sehen gibt.

Allein der Weg dorthin ist malerisch. Kleine verschlafene Dörfer, Olivenbäume welche sich bis zum Horizont erstrecken, und ich glaube sogar noch bis weit dahinter. Da sich die Landschaft für Stunden nicht verändert, schweifen die Gedanken ab.
Ich dachte an den Jakobsweg, wo die Landschaft zeitweise sehr ähnlich dieser hier war...

Ich verliere mich in Erinnerungen, denke an den beschwerlichen Aufstieg in den Pyrenäen, die Dürre, die vertrockneten Felder und das grüne Galizien.

Ich sah die unvergessliche Ankunft in Santiago erneut vor meinem inneren Auge.
Erinnere mich noch genau wie es war, als ich den Duft in der Kathedrale roch und den Nonnen beim singen zuhörte.
Damals stiegen mir vor Freude Tränen in die Augen.
Ich dachte an das unverhoffte Wiedersehen in Santiago mit vielen Freunden welche wir kennengelernt haben und den guten Wein den es überall in Spanien gibt.

Und ich erinnerte mich, an einen Tag, ganz zu Beginn der Pilgerreise, in Saint-Jean-Pied-de-Port, einem 66 Jahre alten Mann begegnet zu sein, welcher in Linz, seiner Heimat, gestartet ist und bereits seit mehreren Monaten, mehr als 3.000Km zu Fuß unterwegs war.
So etwas schien zu diesem Zeitpunkt für mich unmöglich zu sein.
Angesichts dessen, dass ich gerade erst gestartet war, und der "ganze" Weg noch vor mir lag, fühlte ich mich damals sehr klein.
"Mit 66 ist es an der Zeit etwas verrücktes zu tun", scherzte er.
Vielleicht war es dieser fröhliche, jung gebliebene alte Herr welcher mir diesen Tritt verpasst hat und mich überlegen lies, das alles möglich zu sein scheint wenn man sich ein Ziel setzt und es ganz fest will.
Wenn er es in seinem Alter schafft, dann kann ich dies ebenfalls. Ich wollte nicht bis 66 warten, und fand, 31 ist auch ein gutes Alter um etwas verrückt zu sein.
Vielleicht war er es...
Jedes Leben, jede Begegnung mit einem anderen Menschen hinterlässt Spuren.
Meistens erfahren wir es nie...

Während diese Tage in Spanien gab es nur "den Weg" vor uns, und er hatte mich beinahe vergessen lassen, das es noch ein anderes Leben gibt, in das ich, nach der Ankunft in Santiago, wieder zurückkehren werde. Der Weg war zu einer einzigartigen Erfahrung geworden. Alles andere war unwichtig und sehr weit weg. Oder war ich es der weit weg war?

Ein lautes knattern reist mich aus meinen Gedanken und stört die Ruhe auf der sonst Autofreien Landstraße.
'Ich wäre gern noch länger in Gedanken gewandert', dachte ich.
Vater und Sohn sind gerade mit dem alten Traktor auf dem Weg zur Olivenernte.
Ich komme nicht drumrum ihnen mit einem Lächeln ein "Buenos dias" und "Buen Camino" zu wünschen. Sie blicken mich völlig verdattert an. Ich hätte genauso gut einen Handstand vor ihnen machen können...
Ich lachte in mich hinein und dachte nur: "Wer wird jeh einen Menschen ernst nehmen der alles hinter sich lässt um nach Tibet zu laufen?"



2. Weihnachten mit einem Buddha

Der Tag war nun schon ziemlich vorangeschritten und die Sonne würde bald hinter den Olivenbergen verschwinden.
Da die 47Km, von Orhangazi nach Iznik, für 1nen Tag zu weit waren, suchte ich, irgendwo in der Mitte der Strecke, nach einer Übernachtung.

Ein Mann verlässt soeben sein Haus. Er ist auf dem Weg zum Markt um noch ein paar Dinge zu besorgen welche er dringend benötigt. Er wollte dies bereits gestern erledigen, hat es jedoch aus Bequemlichkeit vor sich her geschoben.
Als er gerade in sein Auto einsteigen wollte, sieht er einen Herren mit einem Rucksack vorbeiziehen.
'Er ist sich sicher auf dem Weg nach Iznik', denkt er. 'Dieser Ort ist bei Touristen sehr beliebt, jedoch nicht jetzt zu dieser Jahreszeit. Es ist Ende Dezember und niemand verirrt sich jetzt dorthin'.
Verwundert beschließt er der Sache nachzugehen und spricht mich an.

"Hello my friend", ruft er mit tiefer Stimme.
Wir gehen aufeinander zu.
Er strahlt eine unbeschreibliche Gemütlichkeit aus und erinnert mich an einen Buddha.
"Bis Iznik wirst Du es heut nicht mehr schaffen. Die Sonne verschwindet in ca. 1h hinter den Bergen", sagt der Mann der sich mir als "Varuc" vorstellt.
Eh ich etwas sagen kann fährt er fort:
"Was machst Du allein mit dem komischen Ding auf Deinem Rücken in dieser verlassenen Gegend?"
Ich fange an, ihm kurz von meiner Reise zu erzählen.
Er unterbricht mich freundlich.
"Klingt unglaublich! Würd so gern mehr davon erfahren. Ich will nur grad im Markt ein paar Sachen besorgen. Wenn Du willst kannst Du mitkommen und heut Abend hier bleiben."
Gesagt, getan.

Etwas verwundert bin ich, als er im Markt sehr viele Kerzen kauft. 'Wozu brauchen wir die denn?', geht es mir durch den Kopf.
Als wir wenig später zurück im Haus sind ist es bereits dunkel. Nun sehe ich warum. Seit 2 Tagen gibt es hier keinen Strom.
Er schmeißt den Ofen an und schnell ist es angenehm warm. Kurze Zeit später gab es Abendessen, Fisch aus dem See den er am Vormittag selbst gefangen hatte.

Ich fragte ihn beim essen woher es käme das er fließend englisch spricht.
"In den 20 Jahren, in denen ich als Trucker durch die USA gezogen bin", fing er an zu erzählen, "habe ich einiges gesehen..."
Und er erzählte mir mit so einer Begeisterung von allen Orten wo er gewesen ist, und was er dort alles gesehen und erlebt hat, das Fotos garnicht nötig waren. (Diese sind auf dem PC, und ohne Strom läuft der leider nicht.)
Er möchte ebenfalls gern wieder reisen und sagt, dass die Fotos vielleicht eine schmerzliche Erinnerung für ihn gewesen wären. Wegen starken Rückenproblemen kann er seinen Job leider nicht mehr ausüben und kam deshalb in die Türkei zurück wo das Leben günstiger ist als in den USA.

Er ließt viel. Das ist seine neue Leidenschaft. Ich schaue mich durch sein Bücherregal durch, und entdecke einige Titel die ich ebenfalls bereits gelesen habe.

So endete der 2te Weihnachtsfeiertag für mich bei Candlelight Dinner und guten Gesprächen bis spät in die Nacht in einer warmen Hütte. Mitten im nichts, zwischen den Bergen, unweit vom See...

Am nächsten Tag geht es gut gestärkt um 10:30Uhr los.
Auf dem Tagesplan stehen die letzten 23Km bis nach Iznik.
Mein Rucksack war etwas schwerer denn Varuc hatte mir noch ein kleines Verpflegungspaket geschnürt.
Ein gerader, ebener Weg lag vor mir, immer weiter entlang der kleinen schmalen Landstraße welche den Linien des Sees folgt.

Nachdem ich einige Stunden gegangen war, merkte ich die Müdigkeit welche sich in der letzten Nacht angesammelt hatte. Doch ein Blick auf die Karte verriet mir, dass ich schon weiter gekommen war als ich dachte.
Da niemand in der Nähe war fing ich laut an zu singen.
Zum einen um wach zu werden, und zum anderen um für den nächsten Schulauftritt fit zu sein.
'An alles mögliche hab ich gedacht', dachte ich. 'Nur nicht daran Weihnachtslieder auf meinen mp3 Player zu spielen...'



3. Die 4 Wachmänner von Iznik

Als ich zum ersten mal aus der Ferne die alten Stadtmauern von Iznik sehe bin ich überwältigt. Ich betrete die Antik Romanische Stadt wenig später durch eines der 5 großen Tore.
Da der ganze Ort die Größe eines Vergnügungsparks hat, wundere ich mich lediglich über die fehlenden Kassenhäusschen.

Was hat Iznik alles zu bieten?
Eine Ayasofia, die grüne Moschee (das Wahrzeichen der Stadt), Kilometerlange Aquädukte, den See, an dem man wunderschön spazieren kann, 2 Hamam, jede menge Gräber da es hier in der Vergangenheit große Schlachten gab und natürlich die Stadtmauer die alles umgibt.

Wer Spaß daran hat Menschen bei der Arbeit zu zusehen, wird hier seine wahre Freude haben.

Iznik ist trotz der 7 Erdbeben, welche es in den letzten Jahrhunderten gegeben hat, sehr gut erhalten.
Archäologen sind täglich damit beschäftig, die durch die Erdbeben vergrabenen Teile der Stadt wieder an die Oberfläche zu bringen und aufwendig zu restaurieren.
Das ist besser als Fische in einem Aquarium zu beobachten.
Ich bin mir nicht sicher aber ich glaube einer von ihnen, der mit dem Cowboyhut, hatte eine Peitsche in der Seitentasche.
Vielleicht ein engagierter Animateur...

Auch ist Iznik wegen der Keramik sehr bekannt. Überall findet man kleine Geschäfte in denen Keramik von Hand gefertigt wird. Wenn man von den Archäologen noch nicht genug hatte kann man hier weiter Leute bei der Arbeit beobachten.

Eines Tages ging ich entlang der Stadtmauer spazieren. Die Kulisse erinnert mich sehr an ein aufwendiges Filmset. Es macht riesigen Spaß auf den Mauern und den alten Wachtürme herum zu laufen und sie von innen zu besichtigen.

Etwas verwundert war ich, als ich Rauch aufsteigen sah.
Ich war neugierig und wollte herausfinden woher dieser kam.
Inmitten der Ruinen entdeckte ich 4 Männer, welche um ein Lagerfeuer herum saßen, eine Pfanne im Feuer hatten und Wein tranken.
Ich war überrascht. Da sich in der Stadt kaum Touristen befinden habe ich nicht damit gerechnet hier, so weit außerhalb, Menschen anzutreffen.
Daher beschloss ich, sie eine Zeit lang aus der Ferne zu beobachteten.

Es war seltsam. Wie ein Film ohne Ton.
Was ich sah, sah ich ohne den Zusammenhang, ohne die Geschichte zu kennen welche dort erzählt wird.
Warum sie dort saßen weiß ich nicht, worüber sie sich unterhielten wusste ich auch nicht.

Als sie mich entdeckten riefen sie mich heran. Ich war zunähst erschrocken, fühlte mich ertappt.
Doch sie baten mich einfach sich zu ihnen zu setzen, und eh ich mich versehe wurde ich selber in diesem Film hineingezogen. 'Was für eine atemberaubende Kulisse', dachte ich.
Es verschlug mir den Atem. Es war, als wäre ich in der Zeit um 600 Jahre zurück versetzt. Das einzige was noch an die Realität erinnerte war unsere Kleidung und das klapprige Fahrrad.
Der Geist der alten Wachmänner, welche hier vor mehreren hundert Jahren das Tor bewacht haben, schien in diesen Männern weiter zu leben.

Ein Herr warf noch etwas Holz ins Feuer. Die Flammen loderten auf. Das Essen musste jeden Augenblick fertig sein.
Es war still. Zu hören war nur das knistern im Feuer und der Wind der durch die alten Mauern wehte.
Da wir keine gemeinsame Sprache sprechen verständigten wir uns nur mit Blicken.
Das hatte etwas geheimnisvolles.
Und obwohl wir kein Wort miteinander gewechselt hatten, verstanden wir uns ausgezeichnet.
Mehrere Stunden sitzen wir zwischen den alten Mauern, essen gemeinsam, trinken Wein und schauen schweigsam ins Feuer.
Vielleicht verstehen das nur Männer, doch ich fühlte mich in diesem Moment sehr wohl.



4. Silvester in Berlin

Nachdem ich mich verabschiedet habe, brauchte ich etwas Zeit um wieder in die Gegenwart zurückzukehren.
Ich laufe langsam vor mich hin. Wieder die Straße, der Wunsch lange durch den Ort zu gehen. Ich wähle den längst möglichen Weg um zu meiner Unterkunft zu gelangen.
Etwas, das an einem Baum angeschlagen ist, weckt meine Aufmerksamkeit. Ein Flyer besagt, dass die einzige Silvesterparty von Iznik, im Hotel "Berlin" stattfinden wird.

Jetzt muss man wissen das Silvester (genauso wie Weihnachten), in der islamisch geprägten Türkei ganz normale Tage sind und fast garnicht gefeiert werden. Wenn man nicht gerade in Istanbul oder einer anderen großen Stadt ist, gehen diese Feste fast komplett an einem vorbei .

Froh, eine Party gefunden zu haben und nicht allein feiern zu müssen, entschließe ich mich am Silvesterabend dort vorbei zu schauen...

Die Band spielte gerade das nächste Lied an. Alle waren verschwitz, fröhlich und ausgelassen.
Die Fröhlichkeit wirkte ansteckend.

Ich befand mich nun also allein auf einer Party, auf der ich niemanden kannte. Was für mich früher vielleicht unangenehm gewesen war, verschaffte mir nun ein großes Gefühl von Freiheit. Mich kennt ja auch keiner. Noch nicht.

Etwas zögerlich stelle ich mich zunächst etwas abseits der Menge an die Bar. Die Musik ist laut.
Ich schaue in den großen Raum voller fremder Menschen die mit den Köpfen dicht zusammen hängen um eine Unterhaltung führen zu können.
'Es wird schwer werden hier jemanden zu finden der meine Sprache spricht'.
Ich hatte ja keine Ahnung wie sich dieser Abend entwickeln würde...

"Where are you from?", hörte ich eine Stimme.
Ein Mann mittleren Alters, elegant gekleidet, mit Anzug und Krawatte stand plötzlich neben mir.
"From Germany", antwortete ich.
Gleichzeitig ging mir jedoch durch den Kopf, ob ich noch Deutschland sagen kann, nachdem ich das Land vor fast 1nem Jahr verlassen, und inzwischen 5 andere Länder durchquert habe.

Er stellte sich als der Besitzer des Hotels vor. Der Name kommt daher, da er und seine Frau lange Zeit in Berlin gelebt haben.
Wir hielten eine kurze Unterhaltung auf deutsch, ich beobachte ihn wie er sich etwas zu trinken bestellte. Es war kein Tee.
'Vielleicht sieht Allah Nachts nicht so gut', dachte ich verwundert. 'Oder er geht früh schlafen'.
Als er wieder zu seinen Freunden zurück wollte, nahm er mich am Arm, und bestand darauf, mich nicht alleine an der Bar zurück zu lassen, sondern mich mit an seinen Tisch zu nehmen.

Es hat viele Vorteile dass es nur 1ne Party in Iznik gibt:
Man trifft alle Persönlichkeiten an genau diesem Ort.
Ich sprach unter anderem mit dem Bürgermeister, welcher mich daraufhin gleich zu einem Fototermin für den nächsten Tag einlud. Auch dieser sprach etwas deutsch, und er erklärte mir, dass Berlin (Spandau) die Schwesterstadt von Iznik ist und er mind. 1mal im Jahr in Berlin sei. Ebenfalls kommen 1mal im Jahr Abgeordnete aus Berlin nach Iznik.
Er wollte dass ich mir Iznik ganz in Ruhe anschaue, weshalb er mir eine Unterkunft im Sportheim der Stadt gab. Dort durfte ich 1ne Woche lang bleiben.

Während der ganzen Zeit wird ausschließlich türkische Musik gespielt.
Ich brauche etwas um mich daran zu gewöhnen.
Das sehen die Herren am Tisch jedoch anders. Mit Handzeichen geben sie mir zu verstehen, dass es nun an der Zeit ist das Tanzbein zu schwingen.
Ich begebe mich mit ihnen vorsichtig auf die Tanzfläche. Ganz wohl fühle ich mich in dem Moment noch nicht.

Die Männer sehen, wie ich mich noch ungekonnt, und etwas verkrampft, zu der mir völlig neuen Musik bewege.
'Dem müssen wir helfen und Şikidim Şikidim beibringen', müssen sie wohl gedacht haben.
Schnell ist eine Linie gebildet, 2 Herren zu meiner linken, 2 zu meiner rechten, ich mittendrin. Die Aufregung war völlig umsonst, ich scheine es im Blut zu haben.
Die Schrittfolge ist selbst nach einigen Raki noch einfach zu beherrschen.
Als sie erkannten dass ich nun auf eigenen Beinen tanzen kann, lösten sie die Linie, auf und bildeten einen Kreis, ich wieder mittendrin.
Jetzt passieren merkwürdige Dinge.
Sie klatschen mir beim tanzen Geld auf die Stirn, was mir zunächst unangenehm war und ich nicht so recht wusste wie ich mich verhalten sollte.
Doch sie taten es nicht, weil bei mir auf der Stirn besonders viel Platz ist oder damit ich aufhöre und wieder verschwinde, nein, das ist türkische Kultur und wird bei allen so gemacht.

Doch das Geld behält man nicht, nicht alles.
Die Band zieht mehrmals vorbei und bekommt etwas, und wenn man andere gute Tänzer sieht bekommen diese ebenfalls etwas auf die Stirn.

Als ich die Party am Morgen verlasse, hatte ich noch ein plus von 20Lira. Höchststand zwischendurch waren 45Lira. Es war die erste Party in meinem Leben bei der ich mit Gewinn aus der Tür raus bin.

Das dicke Geschäft hat an diesem Abend die leicht bekleidete Bauchtänzerin gemacht.
Wobei sie garnicht viel getanzt hat. Wie das funktionierte habe ich jedoch noch nicht ganz verstanden.
Diesen Trick muss ich noch lernen...

Nach 1ner Woche setzte ich meine Wanderung wieder fort.
Ich genoss die Stille und Einsamkeit an einem Ort, der im Sommer sicher voller Menschen ist.
Langsam kam ich von 600 Jahren Vergangenheit wieder in die Gegenwart zurück...

...und ich bin sicher, die Ruinen von Iznik sollten nicht die einzige Spur bleiben welche die Römer auf meinem Weg nach Tibet hinterlassen haben...


Nachwort: Ich habe die 3.000Km Marke dann 2 Wochen später überschritten...

Falls dies ein Mann aus Linz lesen sollte, der im April 2009, im Alter von 66 Jahren den Jakobsweg gegangen ist (ich hoffe davon gibt es nicht so viele) möge er bitte mit mir Kontakt aufnehmen. Ihm ist dieser Blogeintrag gewidmet.

Wer zusätzlich noch mehr von der Geschichte dieses unglaublichen Ortes lesen will, findet auf Wikipedia einige Informationen:

http://de.wikipedia.org/wiki/%C4%B0znik















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