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Sonntag, 22. Juli 2012

Tag 124 - 125: Von Kloster Sinca Noua nach Vulcan - 23Km (1592Km)


Donnerstag, 12.07.2012

Sehr früh geht es los. Alles schläft noch. Die Bären hoffentlich auch.
Hab schon etwas Bammel so früh durch den Wald zu laufen.
Ich kann meinen Atem sehen so kalt ist es an diesem Morgen. Vögel hör ich noch keine.
Während der ersten Stunde, an diesem Tag, begleitet mich ein gewisses Gefühl der Angst.
Doch ich komme heil durch den Wald und erreiche das nächste Dorf.

In dem ökologischen Dorf Sinca Noua leben fantastische Menschen bei denen ich meine Wasserflaschen noch einmal auffülle denn es folgt nun ein langer Weg über viele Hügel ohne Dörfer zwischendurch.

Heut gehts nach Vulcan. Der Name ist vielversprechend.
Und tatsächlich wohnen hier die besten Freunde des Menschen.
Und anders als Vulcan aus Star Trek zeigen die Menschen hier durchaus Emotionen.
Es gibt ein wahres Feuerwerk der Euphorie. Und ich treffe auf viele deutsch sprechende Menschen.

Ich frage mich nach dem Pfarrer der Gemeinde durch.
Eine nette Dame führt mich hin.
Dort angekommen öffnet leider niemand.
Harry kommt vorbei. Er wohnt gleich neben dem Pfarrer und bietet mir an später auf einen Drink vorbei zu schauen.
Wundervoll. Verdursten werde ich heute also definitiv nicht.

Nach 10min. hält ein Auto vor mir und man spricht mich auf Deutsch an.
Ich erkläre meine Situation und man bietet mir an dass ich kostenfrei im Evangelischen Erholungsheim übernachten kann.
Ich bin begeistert.
Ein super großes Zimmer ganz für mich alleine. Nachdem es heut über die ersten kleinen Berge ging bin ich recht durchgeschwitzt und freue mich über eine erfrischende Dusche.

Und noch mehr: Die netten Damen des Hauses setzen gerade eine Wäsche an und fragen ob ich auch etwas zum waschen habe. Großartig.

Nun geht es zurück zu Harry.
Er lädt mich zu sich nach Hause ein.
Bei einem Bier essen wir zu Abend.

Harry lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Er studiert das Leben kann man sagen. Wie viele verschiedene Jobs er bereits hatte weiß er nicht mehr.
Und er hat sich viel mit den Religionen der Welt beschäftigt.

Auch ist er in seinem Leben in über 25 Länder gereist und spricht sehr viele Sprachen.
Wir tauschen viele Reisegeschichten aus und reisen gemeinsam am PC mit Google Earth um die Welt.

Am späten Abend kommen noch Freunde von ihn vorbei und wir gehen gemeinsam in eine Bar unweit von seinem Haus entfernt.

Als ich sage dass ich morgen weiter will lädt er mich ein noch 1ne Nacht bei ihm zu übernachten.

Somit geht es also noch nicht nach Brasov.

Tag 125: Ruhetag Vulcan
Freitag, 13.07.2012

Wir verbringen den ganzen nächsten Tag damit nichts zu tun.

Wir sitzen ein wenig vor dem PC und schauen uns Bilder und Videos von anderen Reisenden an.

Erst am späten Nachmittag als die Sonne langsam verschwindet ringen wir uns dazu durch noch einen Spaziergang zu unternehmen.

Vielleicht war es an einem Freitag den 13. gar keine so schlechte Idee meine Reise noch nicht fortzusetzen.
Wer weiß.

Morgen gehts dann definitiv nach Brasov.

Von dem kleinen Hügel auf dem ich mit Harry beim spazieren gehen gewesen bin hab ich die Stadt bereits gesehen.

Nur noch 17Km...

Freitag, 20. Juli 2012

Tag 122 - 123: Ruhetag Kloster Bucium + Kloster Sinca Noua - 24Km (1569Km)


Tag 122: Ruhetag Bucium Kloster (1545Km)
Dienstag, 10.07.2012

Der Rucksack ist gepackt. Nach dem Frühstück will ich weiter. Brasov ist nicht mehr weit.
Doch es kommt anders.

"Wir fahren nach dem Frühstück in den Wald um Holz zu holen. Da können wir gut Hilfe gebrauchen.", sagt einer der Mönche.

So bleibe ich noch einen Tag hier und helfe den Mönchen bei der Arbeit.
Da gerade Ferien sind, helfen auch einige Schüler und Studenten mit welche sich freiwillig gemeldet haben.

Daniel ist 24, studiert Theologie weil er nach Antworten sucht.
Sehr lange unterhalte ich mich mit ihm und einem Mönch über Religionen, und den Sinn des Lebens.
Wir haben viele sehr gute Gespräche.

Als wir jedoch mit dem Traktor und den kleinen Hänger in den Wald fahren mache ich leider eine unschöne Entdeckung.
Ich sehe einen großen LKW welcher gerade mit Holz beladen wird.
Der Wald wurde von einer privaten Person gekauft.
Nun wird der Wald abgeholzt und nicht wieder aufgeforstet.

Der Mensch ist wohl die einzige Spezies welche sich selbst zerstört...



Tag 123: Von Kloster Bucium nach Kloster Sinca Noua - 24Km (1569Km)
Mittwoch, 11.07.2012

Diesmal breche ich nach dem Frühstück auf.

Die Ruhe des Klosters zieht sich den ganzen Tag hinüber fort.
Es geht über schmale Feldwege, sehr wenig befahrene Straßen und schließlich durch einen Wald, wieder zu einem Kloster.
Menschen treffe ich kaum.

Zuerst denke ich viel nach, bin etwas traurig.
Dann jedoch denke ich dass alles so ok ist wie es ist.
Ich muss nicht immer Menschen um mich haben.
Die Abgeschiedenheit ist großartig.

Aber allein sein. Irgendwie vermisse ich ein wenig das Gefühl zu Hause zu sein. Einen Ort zu haben um, ja, um was eigentlich?
Ich habe die letzten Tage oft Ruhetage eingelegt.
Nicht weil ich zu müde vom gehen bin. Das ist der kleinere Teil.
Nein, ich denke genau deshalb. Dieses zu Hause Gefühl.
Mal 2,3 Tage an einem Ort zu verbringen. Anzukommen. Die selben Menschen öfter zu treffen. Tiefere Gespräche führen.

Als ich im Kloster ankomme werde ich von den Mönchen wieder sehr herzlich empfangen.
Dieses Kloster wird von Touristen nicht so oft aufgesucht.
Und so war mein Besuch ein echtes highlight.

Ich beziehe eine Hütte welche ich für mich alleine habe, nehme eine Dusche und anschließend essen wir alle gemeinsam zu Abend.

Es ist ein recht neues Kloster und wird erst von nur 3 Mönchen bewohnt.

Um 21Uhr findet bis 2Uhr ein Nachtgottesdienst statt. Da die Türen der Kirche geöffnet sind höre ich diesen leise in der Hütte in der ich schlafe.
Und so schlafe ich nach dem sehr guten Essen bei Gesang und Gebeten ein.

Da die 3 Mönche aufgrund des Nachtgottesdienstes am nächsten Tag etwas länger schlafen, ich jedoch recht früh aufbrechen will, haben sie mir ein Lunchpaket bestehend aus Brot, Joghurt, Apfel und Banane gegeben da wir am nächsten Tag nicht gemeinsam Frühstücken werden...



Dienstag, 17. Juli 2012

Tag 121: Von Kloster Sambata de Sus nach Kloster Bucium - 31Km (1545Km)

Montag, 09.07.2012

Ein letztes mal sitze ich in dem großen Speisesaal zum Frühstück. Allein.
Die Mönche sind so früh schon bei der Morgenmesse.
Und die wenigen Touristen welche sich hier her verirren schlafen noch.
Es ist Zeit wieder aufzubrechen. Den Teller bei Seite stellen, den Rucksack aufzuschnallen und zu gehen.
So schön es hier in diesem Kloster ist, noch kann ich es mir nicht vorstellen den Rest meines Lebens an einem festen Ort zu verbringen.

Die ersten Schritte aus der Tür hinaus. Die kühle Luft einatmen.
Noch ist die Sonne nicht über die Berge gezogen.
Über die Lautsprecher höre ich den Gottesdienst.
Noch weit begleitet er mich durch die Stille der Natur.

Meine Reise geht weiter. Ich wandere auf, für mich, neuen Straßen und unbekannten Wegen.
So hat alles seinen Platz in der Welt. Ich genieße den Luxus zu reisen, während die Mönche ihre Erfüllung im Kloster gefunden haben.
Und jeder findet das wonach er in dem Moment sucht.

Wieder führt mich mein Weg durch kleine bis sehr kleine Dörfer. Das Brancoveanu Kloster von dem ich heute gestartet bin ist ein beliebtes Pilgerziel in Rumänien.
Ich selbst sehe zwar heute keine Pilger, aber die Menschen welche hier wohnen scheinen hier öfter welche zu sehen. Denn auf mich reagieren sie nicht so überrascht wie ich es in den bisherigen Dörfern erlebt habe.
Und selbst als ich mit einigen spreche und sage, dass ich ins immer noch 80Km entfernte Brasov gehe beeindruckt das niemanden mehr.
Endlich normale Menschen.

Nach 3h wandern entfaltet die Sonne wieder ihre volle Kraft. Ich bin inzwischen 14Km gegangen und mache nun eine ausgedehnte Pause.
Gegen 14Uhr spüre ich, ohne einen bestimmten Grund, den Drang weiter zu gehen.
Was ich auch tue. Ich folge meinem Gefühl. Früher als gewöhnlich breche ich wieder auf und gehe weiter.

Da es nach wie vor sehr heiß ist mache ich im 7Km entfernten Sebes eine weitere Pause von 30min.

Noch sind es 10Km bis zu meinen heutigen Ziel.
Als ich durch Bucium gehe, dem letzten Dorf vor dem Kloster zu dem ich heute will, erfahre ich den Grund meiner etwas kürzer ausgefallenen Mittagspause.
Das Kloster schließt nämlich um 18Uhr.
Es ist nun 17:04Uhr und ich hab noch 4Km vor mir.

Auf halber Strecke höre ich um 17:30Uhr die Glocken welche die Abendmesse einläuten. "Wartet auf mich" denke ich laut. Noch einmal lege ich etwas zu und laufe nochmal einen Gang schneller.
Ich schaffe es gerade rechtzeitig.
17:53Uhr komme ich an.
Etwas außer Atem und komplett durchgeschwitzt.

Der erste Mönch der mich kommen sieht begrüßt mich mit einem schelmischen Lächeln.
Zu gerne hatte ich in dem Moment seine Gedanken gewusst.
Vielleicht dachte er sowas wie: "Warum tust Du Dir das an? Wir müssen nicht durch die Welt reisen. Das ganze Leben ist bereits eine Reise."

Ich bekomme eine Kleinigkeit zu essen, was auch völlig ausreicht.
Großen Hunger habe ich heute, nachdem ich durch die Hitze gelaufen bin nicht.
Aber ich habe das Gefühl den halben Brunnen leer getrunken zu haben.

Samstag, 14. Juli 2012

Tag 118 - 120: Von Victoria nach Brancoveanu Kloster, Sambata de Sus - 11Km (1514Km)


Freitag, 06.07.2012 - Sonntag, 08.07.2012

Gestern hat mir Doina angeboten meine Sachen durch zu waschen da sie sowieso gerade eine Wäsche angesetzt hat. Bei der Hitze, sagt sie, sind die Sachen ja bis morgen wieder trocken.

Meine schöne Wanderhose welche ich ihr mit zum waschen gegeben hab, hatte nach inzwischen 4 Monaten on Tour mehr als nur die 3 Löcher für den Oberkörper und die 2 Beine.

Doch heute morgen nimmt sie die trockenen Sachen von der Leine und sagt mit einem Lächeln dass sie die Hose geflickt hat. Ein Engel.

Beim Frühstück scherzen wir bis die Tränen fließen über die größe meines Rucksacks.
Und ständig fragen sie aus Spaß was sie mir noch alles mitgeben können.
Wer den großen Rucksack hat braucht halt für den Spott nicht zu sorgen.

Schweren Herzens ziehe ich weiter. Nur 11Km bis zum Kloster.
Eine wahnsinnig schöne Strecke heute.
Wer noch nie in Kanada war, Rumänien ist die kostengünstige Variante. Es sieht hier exakt genau so aus. Wundervoll.
Nur ich, die Sonne die erbarmungslos auf mich scheint, die einsame Straße und der Duft der Bäume.
Ich Schreie einmal sehr laut. Einfach so. Aus Freude.
Hier hört das keiner.

Ich bin froh dass ich in meinem Leben nie einen Job hatte in dem ich übermäßig viel verdient habe.
Es ging mir sehr gut, ich war glücklich und hatte alles was ich brauchte. Jedoch hätte es nie für ein Haus etc. gereicht. Und das ist gut so.

2002 hatte ich mich bei VW in Wolfsburg für das Projekt Auto 5000 beworben.
Ich bin froh dass ich den Job nicht bekommen habe.
Sonst hätte ich jetzt vielleicht Haus, Frau und Kinder, wäre sesshaft und hätte diese Reise vielleicht nie angetreten.
Unzufriedenheit ist gut. Sie zwingt den Menschen zur Veränderung.

Auf was man für Gedanken kommt wenn man mal für 2h ganz einsam durch die Gegend wandert.

Doch die heutige Tour ist kurz und ich erreiche das wunderbar schöne Kloster Brancoveanu.

Mit dem Zettel in der Hand spreche ich mehrere Mönche an.
Es stellt sich heraus dass der gesuchte Mönch leider seit gestern in Brasov ist um dort einen Zahnarzttermin wahrzunehmen.
Aber das großartige: Dieses Kloster ist der wichtigste Wallfahrtsort in Rumänien. Und somit sind Pilger sehr gern gesehen. Ich darf kostenfrei bleiben solange ich möchte.
Unglaublich.

Ich bekomme ein sehr schönes Zimmer und kann mich richtig schön ausruhen.
Das mache ich auch.
Nachdem ich geduscht habe hau ich mich gleich nochmal hin.
Bin ziemlich müde. Erst am späten Nachmittag mache ich mich auf um das Kloster zu erkunden.
Auch wenn ab und zu ein paar Touristen umher gehen strahlen die Wände des Klosters so eine Ruhe und Gemütlichkeit aus dass es garnichts ausmacht.

An den nächsten beiden Tagen passiert nichts. Das Kloster ist ein wunderbar friedlicher Ort der Ruhe.
Es liegt am Fuße der Karpaten und soweit außerhalb der umliegenden Dörfer das es für mich nicht lohnt dorthin zu laufen.

So bleibe ich die ganze Zeit dort und beobachte die vielen Schwalben die sich unter den Dächern des Klosters Nester gebaut haben.
Es macht Spaß auf der Bank zu sitzen und ihnen einfach nur stundenlang zu zusehen.

Mir fällt auf das es nirgendswo in dem ganzen Kloster eine Uhr gibt. Find ich gut. Zeit spielt hier keine Rolle.

Ich schlafe fast die ganzen 2 Tage und stehe nur zum Essen auf. Essen gibt es im großen Speisesaal. Und zwar soviel jeder vertragen kann.

Die Ruhe tut gut. Ich entspanne einfach nur und lasse die Reise und die Geschehnisse der letzten 120 Tage Revue passieren.

Zwischendurch finden immer wieder Gottesdienste statt welche über die Lautsprecher übertragen werden.

Wenn Euch die Bilder gefallen könnt Ihr viele auf Flickr in größerer Auflösung sehen:

http://www.flickr.com/photos/78542033@N04/sets/


Freitag, 13. Juli 2012

Tag 117: Von Arpasu de Sus nach Victoria - 11Km (1503Km)


Donnerstag, 05.07.2012

Ich komme an diesem Tag früh los. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Familie mache ich noch ein Foto, bedanke mich, und ziehe los.
Noch ist es sehr kühl und so komme ich auf unbefahrenen Landstraßen schnell voran.

Nach 11Km ist mein Wasservorrat alle und ich frage in der Stadt Victoria an einer Haustür ob ich Wasser haben kann.
Das bekomme mich auch.
Ich bedanke mich, drehe mich um und gehe 2 Schritte weiter. Da fragt mich die Dame woher ich komme.

"Aus Deutschland" ist meine Antwort, worauf sie auf bestem deutsch antwortet: "Dann können wir auch deutsch sprechen."

Sie lädt mich ein reinzukommen, bittet mich den Rucksack abzustellen und mich zu setzen.
Es gibt kühle Getränke und ein fantastisches Gulasch.

Es ist noch früh und eigentlich wollte ich meine Mittagspause erst im 4Km entfernten Vistea de Sus machen.
Nun ziehe ich meine Mittagspause also etwas vor und bleibe erstmal hier.
Noch nicht ahnend dass meine Reise heute hier enden wird.

Die Dame welche mich reinbittet heißt Anneliese. Sie ist zwar in Rumänien geboren, lebt jedoch schon seit langer Zeit in Deutschland.
Im Haus ist noch eine weitere Dame.
Doina ist ebenfalls gebürtige Rumänin, lebt jedoch in Spanien. Beide machen hier lediglich ihren Urlaub.
Sie sagen dass im Ausland zu arbeiten zwar schön ist, doch irgend etwas zieht sie immer nach Hause zurück.
Auch wenn es nur für 2 Wochen im Jahr ist.

Beide erzählen mir von dem früheren Leben hier in Rumänien. Es sind teils skurrile und teils witzige Geschichten.

So gab es früher in diesem Ort z.Bsp kein Krematorium.
Da mussten die Toten 3 Tage lang zu Hause aufbewahrt werden bis sie beerdigt werden konnten.
Man nahm Eiswürfel um gegen den Geruch anzukommen.
Schlafen war während dieser 3 Tage auch kaum möglich da ständig Menschen gekommen sind um von dem Toten Abschied zu nehmen.

Nach der Revolution wurden die ersten Supermärkte und Kaufhäuser in der Stadt errichtet. Menschen die einfach nur durch die Glastür hineinschauen wollten haben sich mächtig erschrocken als die Tür elektrisch aufging. Das war eine Neuheit.

Und als die beiden Ende der 90'er das erste mal nach Deutschland gefahren sind war es eine Sensation als das Wasser automatisch anfing zu laufen nachdem man seine Hände unter den Wasserhahn gehalten hat.

Um Punkt 15Uhr höre ich weit entfernt eine Sirene. Auf die Frage ob es brennt erklärt sie dass sich in der Nähe ein altes Chemiewerk befindet, welches seit 25 Jahren stillgelegt ist. Und dennoch läutet, so wie seit jeher, um 15Uhr die Feierabend Sirene. Man hat sie einfach nicht abgestellt und sich mittlerweile daran gewöhnt.

Ich erzähle den beiden dass ich heute noch zu dem nur 11Km entfernten Kloster gehen möchte.
Doina kennt dort einen Mönch. Er war ein Klassenlammerad von ihr. Sie besucht ihn normalerweise jedes Jahr wenn sie hier ist. Dieses Jahr wird es leider nicht klappen.
Sie schreibt mir den Namen des Mönchs auf einen Zettel und ich solle dort einfach nach ihm fragen.

Wir sitzen die ganze Zeit draußen vor dem Haus im Schatten. Als die Sonne am Nachmittag rumkommt gehen wir in das Haus.
Meinen Rucksack nehme ich mit rein damit er nicht in der heißen Sonne steht. Da sagen die beiden dass ich auch gern noch hier bleiben kann wenn ich mag. Gesagt, getan. Ich springe unter die Dusche und genieße den Rest des Tages.

Am Abend gehen wir noch einmal im Ort spazieren.
Glaubt es oder nicht, hier in Victoria ist das geografische Zentrum Rumäniens.
Nachdem ich an Tag 59 das geografische Zentrum Ungarns per Zufall besuchte, bin ich nun hier her gekommen ohne dies zu wissen.

Auf unserem Spaziergang durch die Stadt treffen wir auf den Pfarrer. Er lädt uns ein ganz oben auf den Glockenturm der Kirche zu steigen.
Die Stadt von hier oben mit der untergehenden Sonne zu sehen ist sehr schön. Eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre.

Und die beiden schenken mir noch eine Tafel Schokolade. Diese ist jedoch schneller aufgegessen als ich davon ein Bild machen kann...