banner

Montag, 11. Juni 2012

Tag 91: Von Dobra nach Bretea Muresana - 16Km (1268Km)

Samstag, 09.06.2012

Vor dem Schlafengehen habe ich gestern Abend noch kurz den Wetterbericht angeschaut. Nur so viel: 31°c.
Ich stellte mir den Wecker also auf 6Uhr damit ich möglichst früh losgehe.
Und das an einem Samstag. Das wäre früher für mich unvorstellbar gewesen.

Es gibt ein super Frühstück und ich fülle noch einmal meine Wasserflaschen bevor ich aufbreche.
Dann überreicht mir die Mutter von Alecs noch ein Lunchpaket: Ich bekomme Brot, Kekse, ein Glas selbstgemachten Honig und Schokolade.
Wir beten noch einmal alle zusammen und dann breche ich auf.
Einmal mehr musste ich feststellen dass es schwerer ist "Auf Wiedersehen" zu sagen, als das "Hallo" am Anfang.

Auf meinem Weg treffe ich heute immer wieder Menschen welche Veronika in den letzten Tagen gesehen und gesprochen haben. 2 Maler arbeiten gerade an einer Fassade. Sie entdecken mich und wir sprechen kurz miteinander. Sie waren mehr als verwundert dass so kurz hintereinander 2 Menschen mit großen Rucksäcken hier durchgelaufen sind.

Und es ist so unerträglich heiß heute.
Als ich um 8Uhr los ging, zeigte das Thermometer bereits unglaubliche 24°c an. Nun, kurz vor 12Uhr sind es dann bereits 29°c.
Das gehen fällt sehr schwer.
Ich mache in Ilia eine längere Pause, und mit jeder Minute die vergeht fällt das wieder aufbrechen schwerer.

Bis zu dem heutigen von mir gesetzten Ziel sind es nur noch 11Km.
Doch der Schweiß läuft in strömen mein Gesicht runter und brennt in den Augen.
Ich staune Bauklötze als ein Rumäne, der gerade auf seinem Fahrrad an mir vorbeifährt sagt, dass es heute "kalt" ist.

"Im nächsten Dorf mache ich noch einmal eine kurze Pause bevor es weiter geht" dachte ich.

Der alte Herr steht gerade vor seinem Haus auf der Straße und sieht mich von weitem angelaufen kommen. Ich bleibe auf seiner höhe stehen und wir versuchen uns zu unterhalten, was jedoch gänzlich scheitert da er keine meiner Sprachen spricht.
Er ruft einen Namen, welchen ich nicht verstehe, sehr laut, und aus dem Garten auf der gegenüber liegenden Straßenseite folgt ein "Ja!?"

Ein Mann ohne T-Shirt betritt die Strasse und kurz darauf bittet er mich zu sich in den Garten. Es ist ihm hier draußen in der Hitze auch zu warm.
Wir setzen uns bei ihm auf die Terrasse und ich bekomme ein Glas Wasser.
"Das ist die Pause welche ich wollte" dachte ich.
Und wie wir da so gemütlich auf der Terrasse im Schatten sitzen, wünsche ich mir nur noch hier nicht mehr weg zu müssen.

Und so geschieht es. Aus der kurzen Pause wird ein 2 Tages Aufenthalt.
Calin und seine Frau Nico nehmen mich auf.
Und ich helfe im Gegenzug etwas bei der Landarbeit.
Calin kann immer helfende Hände gebrauchen.

Anschließend gehts unter die Dusche und dann gibt es auch schon das Abendessen.
Auf dem Tisch steht u.a. selbstgemachter Rotwein und Weißbrot. Das erinnert mich sehr an den Jakobsweg in Spanien.

Ich erzähle die Geschichte mit dem Radfahrer. Und nach ein paar Gläsern Wein bricht lautes Gelächter aus.
Nun erfahre ich die Auflösung:
Der Radfahrer sagte nicht "kalt" sondern "cald".
Und das heißt auf rumänisch "warm".

Und wenn ein Rumäne sagt das es warm ist, dann ist da was dran...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen